Wir über uns

1925 Wie alles begann img01

Fußball hatte zu dieser Zeit bei weitem nicht die heutige Popularität. Die Jugend erkannte jedoch den Reiz dieses Spiels. In Allach gab es seit 1919 einem Fußballverein. So kam es auch in Untermenzing 1924 unter der Initiative von Michael Westermeier zu Bestrebungen, eine Fußballmannschaft zu gründen. Noch fehlte es aber an Organisatoren die sich der Sache hätten annehmen können. Pius Popp griff im Frühjahr 1925 den Gedanken einer Vereinsgründung wieder auf. In einer ersten Versammlung von Interessierten schilderte jedoch der anwesende Allacher Vorstand Meier vor allem die finanziellen Risiken einer Vereinsgründung sehr überzeugend. Die Untermenzinger bekam Angst vor Ihrer eigenen Courage und zögerten dann den endgültigen Schritt einer Vereinsgründung zu tun. Die Beweggründe des Allacher Vorstandes eine Vereinsgründung zu verhindern lagen auf der Hand, musste er doch mit einer Abwanderung von Spielern nach Untermenzing rechnen.

Im Lauf der Zeit stießen Max Seebauer, Michael Muck, Josef Grandl, Max Tränkner und der Wirt der „Dampfsäge“, Hans Trinkl, zu der kleinen Schar Sportbegeisterter hinzu.

1925 war es dann doch so weit. Das „wilde“ Fußballspielen in Untermenzing wurde mit Gründung eines Fußballvereins in geordnete Bahnen gelenkt. In der Gründungsversammlung am 22. August 1925 durch die Gründungsmitglieder Grandl sen., Grandl. jun., Seebauer, Popp, Westermeier, Hechfellner, Bliestle, Tränkner, Klosterhuber, Muck und Ostermeier wurde der FV Untermenzing ins Leben gerufen. Sportfreund Grandl stellte nicht unweit der heutigen Bezirkssportanlage an der Menzinger Straße ein Grundstück zur Anlage eines eigenen Sportplatzes zur Verfügung. Die Gaststätte „Dampfsäge“ (Trinkl) wurde Vereinslokal.

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Max Seebauer übernahm als 1. Vorstand mit fünf Vorstandsmitgliedern, Martin Hechfellner als 1. Kassier, Michael Muck als Schriftführer, Pius Popp als Jugendleiter, Max Tränkner und Michael Westermeier als Revisoren um die Wichtigsten zu nennen, die Geschicke des Vereins. Das Gerippe stand, es konnte also losgehen!

Als 1925 der FV Untermenzing seinen Spielbetrieb mit zwei Seniorenmannschaften endgültig aufnahm, hat wohl keiner geahnt, wie erfolgreich auf dem Spielfeld und in der Jugendarbeit sich dieser Verein im Münchner Westen entwickeln würde.

Ungefähr 14 Tage nach Vereinsgründung schloss sich der FV Untermenzing der „freien Vereinigung der Arbeitervereine“ an, in der es zwei Spielklassen gab, die Allgemeine und die Bezirksklasse.

In Spieljahr 1931/32 schaffte die Mannschaft der Fußballabteilung den Aufstieg in die Bezirksklasse, der damals höchsten Gruppe in München. Aber auch der erste Sportplatzwechsel wurde in dieser Zeit notwendig. Die bisher von Sportfreund Grandl gestellte Grundstücksfläche stand nicht mehr zur Verfügung. Doch Peter Trinkl half aus und stellte seinerseits ein neues Areal zur Verfügung.

Durch den politischen Umschwung im Jahre 1933 und der politisch bedingten Auflösung der freien Vereinigung der Arbeitersportvereine kam der Verein in den nächsten Jahren so recht und schlecht über die Runden. Der Spielbetrieb musste teilweise eingestellt werden.

Erst 1963 konnte unter dem damaligen 1. Vorstand Wimmer mit seinen Mannen ein geregelter Spielbetrieb im FVU wieder aufgenommen werden. Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges und während der langen Kriegsjahre wurde ein geregelter Spielbetrieb immer schwerer. Trotzdem konnte die 1938 die Jugend die Gruppenmeisterschaft erringen. Durch viele Einberufungen musste 1939 der Spielbetrieb vorläufig eingestellt werden.

Durch viele Einberufungen musste 1939 der Spielbetrieb vorläufig eingestellt werden.

Dann in den ersten Kriegsjahren bekam der Verein durch Gastspieler die in den Vereinen eingesetzt werden konnten, ausgezeichnet gute Spieler in seine Reihen. Im Spiel um den damaligen Verbandpokal konnten wird 1942 bis in die höchste Spielklasse vorstoßen, wo wir erst im Endspiel gegen den FC Bayern im Stadion an der Grünwalder Straße unterlagen. Ein Jahr später 1943, standen wir wieder vor einer ähnlichen Situation. Diesmal war es der FC Wacker München dem wir uns geschlagen geben mussten. In den Kriegsjahren waren wir mehrmals zu einem Spielplatzwechsel gezwungen. Als Notbehelf diente ein Platz am Allacher Forst und danach ein Platz westlich der Nätherstrasse.

Nach Ende der Kriegswirren war der Spielbetrieb kurzfristig unterbrochen. Doch schon am 14. Juli 1945 fanden sich die alten Sportkameraden zur erst offiziellen Neugründungsversammlung im alten Vereinslokal, der Gaststätte Dampfsäge unter dem Vorstand Wimmer zusammen. Der Platz westlich der Nätherstrasse stand noch zur Verfügung. Das sportliche Leben begann von neuem.

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Aus dem FV Untermenzing wurde bald der SV Untermenzing da zur Fußballabteilung noch eine Tischtennisabteilung gegründet wurde. Und zum erstenmal wurde durch einen Umzug in die Inselmühle das Vereinslokal gewechselt. Der Platz an der Nätherstrasse stand immer in der Gefahr aufgelöst zu werden. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt München wurde ein Gelände an der Pfarrer-Grimm-Strasse an den Verein verpachtet und unter großen Anstrengungen zu einem Sportplatz ausgebaut. In gemeinsamer Arbeit und für uns heute fast nicht mehr vorstellbar, wurde sogar ein Vereinsheim errichtet auf das alle Vereinsmitglieder zu recht stolz sein konnten. Es wurde am 7. Oktober 1950 in einem Festakt eingeweiht.

In diese Zeit fallen auch die Bestrebungen einer Vereinsfusion mit dem SV Waldeck. Trotz dem im Vorfeld bei beiden Vereinen alle Signale auf grün gestellt waren, konnte in einer gemeinsamen Versammlung kein Ergebnis erzielt werden. Es kam zum Abbruch der Verhandlungen. Dem Entschluss des Waldecker Vorstandes, die Fusion nun doch nicht zu vollziehen, konnten die Waldecker Handballer nicht folgen. Sie traten geschlossen zum SVU über.

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Der sportliche Erfolg der Fußballmannschaften war ein stetes auf und ab. Mal wurde die Klassenmeisterschaft und der Aufstieg in die nächst höhere Klasse geschafft, mal ging es auch in die andere Richtung nach unten. Erfolgsversprechender zeigten sich die Handballer. Sie steigerten stetig ihre Leistungen und spielten zum Schluss dieser Erfolgszeit in der Landesliga.

Immer wieder gab es Gerüchte, dass die bestehende Sportanlage an der Pfarrer-Grimm-Straße nicht von Dauer sei. Es stellte sich heraus, dass der Platz nicht auf städtischem Grund liegt, sondern die Bauland Siedlungsgenossenschaft die Eigentümerin ist. Das Grundstück konnte also jederzeit von dieser Genossenschaft in Anspruch genommen werden. Auf Initiative der Vereinsführung wurden 1956 erste Pläne für eine Bezirkssportanlage inoffiziell diskutiert. In den Jahren 58/59 wurden diese konkretisiert. Unter Einschaltung des Bezirksausschusses und unter führender Beteiligung des SVU Vorstandes konnte die Stadt mit der Familie Grandl zu Gunsten unseres Vereins die Grundstücksfrage befriedigend lösen. Eine verbindliche Zusage zum Baubeginn der Bezirkssportanlage wurde erteilt. Der Bau wurde in Angriff genommen und der Bezugstermin auf September 1962 festgesetzt. Im großen Rahmen wurde dann am 16. September der Platz eingeweiht.

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Leider musste die Tischtennisabteilung in dieser Zeit wegen Platzmangels für Spielbetrieb und Geräte wieder aufgelöst werden.

Die Handballer konnten die Landesliga nicht halten und spielten fortan in der Bezirksliga weiter. Als weitere Abteilung innerhalb des SV Untermenzing bildete sich am 1. Oktober 1964, unter der Führung von Annemarie Bachinger, eine Gymnastikgruppe der Frauen. Am 4. Oktober 1971, dem olympischen Geist dieser zeit folgend, schlossen sich sport-und gesundheitsorientierte Männer zusammen und traten der bis dahin ausschließlich den Damen vorbehaltenen Abteilung an. Beide Sportgruppen hielten ihre Übungsstunden in der Turnhalle der Volksschule in Untermenzing ab.

Noch vor dem 40jährigen Vereinsjubiläum des SVU konstituierte sich am 1. September 1965 eine Stockschützenabteilung.

Bald war diese „Morschaft“ in der ganzen Umgebung gefürchtet, sogar über die Grenzen unseres Bayernlandes hinaus. Ihr „Ruhm“ gründete sich auf die Erfolge auf Eis-oder Asphaltbahnen sowie im Eis-Weitschießen. Diese erfolgreiche Abteilung löste sich auf Grund interner Unstimmigkeiten zum Leidwesen des Vereins 1974 auf. Die Mitglieder die noch gerne weiter diesen Sport treiben wollten, schlossen sich dem EC Inselmühle an. Dieser Verein schießt heute noch bei uns auf der Bezirkssportanlage.

Noch einen großen Erfolg konnte die 1. Mannschaft der Fußballabteilung des SVU verbuchen, als sie 1972 Meister der Bezirksliga Nord wurde und um den Aufstieg in die Landesliga 1972 groß aufspielte und erst in letzter Minute durch ein Tor unterschied gegen Herrsching verlor.

Eine erfolgreiche Zeit für den Verein waren die folgenden 70er Jahre. Bis 1977 spielte die Fußballabteilung in der Bezirksliga. Leider folgte dann eine Schwächeperiode, ein laufendes Auf und Ab das zum Entsetzen manch treuen Mitgliedes bis in die B-Klasse andauerte.

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Doch unser Verein ließ sich durch solche negativen Ergebnisse nicht von seinem Weg abbringen. Konstant arbeiteten die verantwortlichen Vorstände wie Rudi Schweter, Ernst Dietz und Horst Lang für den Verein. Ziel war es, in erster Linie die sportlichen Erfolge für den SV Untermenzing wieder nach oben zu richten. In den 90er Jahren war es dann wieder soweit, der langersehnte Aufstieg in die Bezirksliga war erst mal geschafft. Nach einigen Auf und Ab zwischen Bezirksliga und A-Klasse spielen wir heute in der 2000 neu eingeführten Kreisklasse.

Fußball steht zwar in unserem Verein an erster Stelle, doch war es stets das Bemühen der jeweils verantwortlichen Vorstände, andere Sportarten für den Verein zu erschließen.

Erfolgreich wurde das Kinderturnen umgesetzt. Hier gilt es, besonders der Initiatorin Frau Inge Rau für ihr unermüdliches Engagement zu danken. Über Jahre hinweg kümmert sie sich um alle Belange in diesem Bereich.

Mitte der 80er Jahre wurde vor allem durch Alois Schmid die Badminton Abteilung ins Leben gerufen. Diese Abteilung ist bis heute ein fester Bestandteil unseres Vereins.

Die Bemühungen, dem Wunsch vieler Mitglieder eine Tennisabteilung zu realisieren, scheiterten immer wieder an den nicht umsetzbaren Platzverhältnissen. In den 90er Jahren sollte die Stadt München durch die Gründung der Tennisabteilung unter Druck gesetzt werden, unserem Verein eine Sportfläche für diese Sportart auszuweisen. leider waren gerade zu dieser Zeit die finanziellen Mittel nicht vorhanden, somit musste die Abteilung wieder aufgelöst werden. Besonders Stolz sind die Verantwortlichen des SVU auf die umfangreiche Jugendarbeit. Bemerkenswert sind die Erfolge der Fußballjugend mit ihren vielen Mannschaften. Die vielen Erfolge und Titelgewinne, ganz gleich ob Meisterschaft oder Pokalgewinne in all den Jahren, können an dieser Stelle nicht aufgezählt werden.

Rückblickend kann heute festgestellt werden, dass der mutige Schritt der Vereinsgründung durch die Gründungsmitglieder für unseren Stadtbezirk eine nicht mehr wegzudenkende Bereicherung ist. Der Verein stellt mit ca. 1.000 Mitgliedern, davon über die Hälfte Jugendliche, für das Gemeinwesen eine feste Größe dar.

Im Jahre 2002 hat sich die Vorstandschaft entschlossen das Angebot der Stadt München anzunehmen und die Bezirkssportanlage auf 25 Jahre als Träger zu pachten.

Am 1.10.2002 hat der SV U nun als Träger den Betrieb, die Betreuung, die Pflege und die Instandhaltung der Sportanlage und der darauf befindlichen Einrichtungen und Gebäudeteile übernommen. Sämtliche anfallenden Arbeiten, Kosten für Neuanschaffungen und Reparaturen müssen durch den SV Untermenzing erledigt und getragen werden. Viele der anfallende Arbeiten werden (z.B. Rasen mähen, düngen, kleinere Reparaturen usw.) durch die Fußballjugendabteilung sowie auch durch die Senioren der Fußballabteilung erledigt.

So findet auch jährlich, meist im November, auf der Anlage unser „Ramadama“ statt. Da wird dann an einem Sonntagvormittag das abgefallene Laub und der Müll rund um die Anlage von vielen fleißigen großen und kleinen Helfern eingesammelt und in Container verfrachtet. Nach der Arbeit sitzt man im Vereinsheim beim Mittagessen zusammen. Abschließend möchte sich die Vorstandschaft bei allen Helfern ganz herzlich bedanken und hofft, dass sich auch weiterhin viele Helfer finden, die mit ihrer Arbeitskraft den Verein tatkräftig unterstützen.

Die Vorstandschaft